Spreewaldring Teil 4

Einen hätte ich noch, nur kurz zum Thema:Vollstrecker.
Wirklich nur ganz kurz. Nur zum Verständnis.
Zunächst muss ich gestehen, dass ich da natürlich etwas vorbelastet bin. Ich durfte schon sehr oft beobachten; allerdings nur außerhalb abgesperrter Rennstrecken, wie unser “Terminator“ seiner Berufung folgte. Fangen wir einfach vorne an.
Der ganz gewöhnliche Terminator ist ja allgemein bekannt, den “richtigen echten“ Terminator meine ich. Der mit dem Spruch: „Menschliche Verluste: Keine!“ , diesen Typen meine ich, den mit den roten Augen. Hasta la vista … Baby! Jetzt klar?
Also, SEINE Vorgehensweise ist ganz ähnlich. Zunächst wird die Umgebung abgescannt, wenn dort keine Frauen, Kinder oder sonstige Unbeteiligte registriert werden, dann wird umgehend vollstreckt. Das ist schon alles. Mehr passiert eigentlich nicht. Kurz, schmerzlos und ohne Emotionen. Wie im Film, so auch auf der Straße. Amen.
Deshalb komme ich auf den Namen. Klingt vielleicht ein wenig martialisch, passt aber.
Zurück zum STC.
Wenn man noch nie auf einer Rennstrecke gefahren ist, dann geht man die Sache naturgemäß etwas vorsichtiger an. So würde ich es jedenfalls halten. Ich würde vielleicht irgendwas am Fahrwerk verändern (was genau? … keine Ahnung, ich würde jemanden fragen, einfach nur um sicher zu gehen). Vielleicht, nein, ganz sicher sogar würde ich den Reifendruck überprüfen. V-Power würde ich in den Tank füllen, das Öl überprüfen, solche Sachen würde ich machen. Aber vor allen Dingen: Ich würde ganz langsam anfangen, in der allerersten Runde. Langsam und vorsichtig.
Aber, ich bin ja nicht der Terminator. Der macht das alles nicht. Warum auch, wenn die Kiste gestern auf dem Weg zur Arbeit ordentlich funktioniert hat, braucht man das nicht. Dann ist doch alles in Ordnung. Entweder Technik funktioniert … oder funktioniert eben nicht.
Moped läuft. Alles klar! Draufsetzen, Gas geben, losfahren.
Autobahn … Landstraße … Rennstrecke, ist doch völlig egal!
Da vorne fährt ein Gebückter! Hinfahren, vorbeifahren, wegfahren. Wo ist das Problem?
Damit die ganze Sache dann auch noch richtig Spaß macht, schraubt man sich eben noch ein paar Kameras ans Moped. Eine nach vorne, eine nach hinten. Tja, so kann man es natürlich auch machen. Warum auch nicht. Man muss die ganze Sache eben locker sehen.
Das ist dann auch schon das nächste Stichwort: Locker! Man kann verkrampft und angespannt auf dem Motorrad sitzen, oder eben locker. Total locker und entspannt. Man kann dabei die Umgebung beobachten und natürlich auch den rückwärtigen Verkehr (schließlich musste man ja vorher die Spiegel abschrauben), man kann auch die Geschwindigkeit vom Tacho ablesen. Kann man alles machen. Ölspuren umfahren, Bremspunkte registrieren, den Fahrbahnverlauf abspeichern, den Tacho im Auge behalten … alles locker und entspannt. Wenn dann noch ein paar Gebückte in den Kurven herumstehen, kann man auch noch ganz locker an denen vorbeifahren. Kann man natürlich alles machen. Wenn man es kann.Ich könnte das nicht. Der Terminator schon.
Scheinbar hat die Natur hier andere Module eingebaut. Ein ganz anderes Modell erprobt. Was weiß ich. Evolution ist eben kompliziert. Mutation, Variation, Sensation … oder so ähnlich. Es ist nun nicht so, dass mich das irgendwie besonders überrascht hätte. Der fährt eigentlich immer so. Am Anfang war ich frustriert. Inzwischen; nach einigen tausend Kilometern praktischen Anschauungsunterrichts, habe ich mich nun endlich und endgültig damit abgefunden. Das ist einfach ein anderes Modell. Da kann man nichts machen.
Niente, nada, nothing … absolut überhaupt nichts!
Ähm … ja …was wollte ich eigentlich sagen? Ach so, die Rundenzeiten. Geht’s hier um Rundenzeiten? Nö, eigentlich nicht. Spaß ist nicht objektivierbar … oder messbar. Kann man machen, natürlich. Muss aber nicht unbedingt sein. Vieles muss nicht unbedingt sein, Slicks zum Beispiel. Klar sind die besser, besser als Straßenreifen auf alle Fälle. Die gehen aber auch. Klar rutschen die schon mal ein bisschen, macht aber doch nichts. Darauf kann man sich ja einstellen. Wenn das Hinterrad in voller Schräglage ein wenig rutscht, dann kann man ja immer noch die Hand vom Knie nehmen und ein wenig nachkorrigieren. Wenn sie dann über beide Räder weggeht, nimmt man eben ein bisschen Gas raus. Wo ist das Problem?
Zugegeben, ich hätte damit Probleme, ernsthafte sogar. Der Terminator nicht.
Ja, ist schon klar. Ich weiß schon was der ganz normale Leser jetzt denkt. Jetzt übertreibt er aber schamlos. Total unrealistisch, völlig überzogen … ganz typisch, macht er ja öfter.
Stimmt, mach‘ ich gelegentlich. Man muss auch nicht alles glauben, muss man zwar nicht, in diesem Fall hier … könnte man aber.

„Beim nächsten Turn fährst du aber besser direkt vorne los“.
„Wie? Bin ich doch! “

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