Ducati Monster 1200

Während an meiner Multi die Gabel abgedichtet wurde, konnte ich zwei Tage die Monster 1200 fahren.

 

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Motor

Puh, was ein Punch! Der Motor zieht einem ab niedrigsten Drehzahlen die Arme lang. Trotz der nominell 15PS weniger wie bei der Multistrada hat man den Eindruck da geht alles schneller.
Durchzug zwischen 80-120 ist phänomenal. Bei gleichbleibender Geschwindigkeit läuft er sehr, sehr ruhig, bollert aber mächtig wenn Leistung abgegeben wird. Dann kommen auch herrliche Vibrationen an den Lenkerenden an. Aprpopos bollern: für mich viel zu laut! Das Teil brüllt beim Beschleunigen in einer Lautstärke, da darf man sich schon fragen wie das geht mit neuen technischen EU-Vorschriften. Genauso im Schiebebetrieb: ein grollen und bollern aus dem ESD, daß klingt schon geil. Aber viel zu laut…..
Das Motorrad war nagelneu, deswegen keine Drehzahl über 6k. Das reichte aber völlig aus.
Sie besitzt 3 Mappings, einzustellen über das hochauflösende Display. Sehr, sehr schick gemacht. Die Mappings sind: Sport, Touring und Urban.

Sport: Wirklich für nichts anderes zu gebrauchen. Soll es vorwärts gehen, dann ist dieses zu wählen. Und wie es dann abgeht! Wahnsinn. Dann kennt die Maschine nur eine Richtung: Vorwärts! Das Problem: Einfahrmodus… bis 6000 U/min ging es so fix, daß man schon wirklich schnell mit dem Schaltfuß sein mußte. Nachteil ist ein sehr nerviges Konstantfahrruckeln. 50 oder gar 30 in diesem Modus ist unmöglich. Das Display zeigt in diesem Modus überwiegend den Drehzahlmesser. Alles andere scheint unwichtig.

Touring:  Stellte sich für mich als der einzige, wirklich brauchbare Modus auf Landstraße und Stadt. Schön sauber spricht der Motor an, Konstantfahrruckeln weg, sehr geschmeidig die Beschleunigung.

Urban: Naja, wers braucht. Das Display zeigt nur noch Geschwindigkeit, Temperatur und Zeit an. Die Leistung ist stark zurück gefahren, der Motor wirkt kastriert.

 

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Getriebe

Das Getriebe hat mir nicht so gut gefallen, da es viel Druck benötigt. Nach ca. 150km tat mir der Zeh weh vom Schalten. Trotzdem rasten die Gänge präzise ein. Die Übersetzung passt eigentlich immer, was bei dem Motor aber auch keine große Kunst ist. Man kann sehr Schaltfaul fahren.

Fahrwerk

Fahrwerk ist Ducati-Typisch ein Hammer. Hart, aber trotzdem sensibel. Hubbelpisten mag es nicht. Schlechte Straßen auch nicht, dann wirds schnell unbequem. Aber die Handlichkeit der Monster ist mit dem steilen Lenkkopfwinkel und dem kurzen Radstand schon bemerkenswert. Beim Beschleunigen aus engen Kehren und tiefer Schräglage hat man den Eindruck sie will noch engere Radien fahren. Ein leichtes Gefühl als würde der Hintern von alleine rumkommen, mehr als die Front. Schwer zu beschreiben…. Da ich den Reifen (Pirelli Rosso 3) nicht kannte, und das Moped eine Leihmaschine ist, konnte ich natürlich nicht viel mehr testen. Aber soviel kann ich sagen: Es macht Spaß! Und zwar mächtig viel Spaß!

Geometrie / Sitzposition

Bei meiner Körpergröße (173cm) sitze ich super bequem. Griff zum Lenker passt, Arme nicht zu sehr gebeugt oder gestreckt, relativ gerader Rücken, das Sitzkissen ist bequem.
Einziger Wermutstropfen ist der Auspuff auf der rechten Seite. Stelle ich die Ballen auf die Raste, stehe ich mit der Ferse daran an. Das stört.

Bremsen

Hammerteile, vorne zwei Scheiben mit Brembo Vierkolbenzangen. Brembotypisch mit fantastischem Ansprech- und Druckpunkt, sehr Spurstabil.

Fazit

Kleinigkeiten, die mich stören würden, z.B. das mit dem Auspuff, das schwer zu schaltende Getriebe und das spiegelnde Display. Steht die Sonne schräg hinter einem, blendet das Display sogar.
Aber die Anzeige ist schon geil. Gestochen scharf, unterschiedliche Inhalte bei diversen Fahrmodi.
Das Moped ist ein Spaßmoped. Für die schnelle Feierabendrunde genial. Für den täglichen Einsatz evtl. zu gebrauchen, aber nur im Touring- oder Urbanmodus. Der Sportmodus wird sich auf die Renne beschränken.
Monstertypisch natürlich ohne jegliche Verkleidung, somit ab 140km/h mit heftigem Winddruck.
Hätte ich nicht meine kleine 750er, wäre so eine Monster denkbar.