Ducati 750 SS / Bj.92

 

Autor: MacDubh

Ausgiebige Probefahrt, ca. 80tkm in 19 Jahren.

duc3

 

 

Die hier beschriebene Ducati 750 SS ist Baujahr 1992, also fast ein Oldtimer.

Motor

2-Zylinder, 90°, wie von Ducati gewohnt. Der Motor hat noch Vergaser. In Zeiten von Einspritzanlagen und Kat usw. ein anachronismus. Aber er läuft ungewöhnlich gut und zuverlässig. Das Modelltypische Vergaserpatschen kennt auch dieser Motor, durch einen Umbau auf Dynojet Düsennadeln hält sich das aber in Grenzen. Die Leistung von knapp 70 PS stehen bei relativ hohen Drehzahlen an, das Drehmoment lässt zu wünschen übrig. Aber es sind halt „nur“ 750 ccm. Dank der Ölbadkupplung rasselt auch diese nicht wie bei den großen Divas, sondern blubbert gemütlich und ohne rasseln vor sich hin.

 

Getriebe


Hakelig ist eigentlich der korrekte Terminus. Den Leerlauf im Stand zu finden ist selbst nach 20 Jahren Übung nicht möglich. Aber man kann sich damit anfreunden. Einfach im letzten Rollen den Leerlauf einlegen, schon geht das. 5-Gang, ohne Anzeige, alles Analog halt.

 

Fahrwerk

Was ein Fahrwerk! Analog, nix einstellen, einfach drauf und los. Einzig die Showa-Gabel vorne ist zu weich geraten. Aber der Rest passt. Schräglagen, die richtigen Reifen vorrausgesetzt, bis zum Abwinken. Begrenzt nur durch die Endtöpfe, die wirklich laut scharren. Aber da diese locker aufgehangen sind, hebelt es einen nicht aus.
Das Fahrwerk macht mächtig Spaß. Kein wackeln, kein Schaukeln, einfach straight durch jede Kurve. Ganz sicher war dieses Fahrwerk zu seiner Zeit in dieser Preisklasse unschlagbar. Und selbst heute muß sich manch ein neues Modell den Vergleich gefallen lassen.

Geometrie / Sitzposition

Als Gemütlich kann man die Sitzbank bezeichnen, jedenfalls für einen Sportler. Die orginalen Lenkerstummel mußten zwar mittlerweile einem superbikelenker weichen, aber im Solobetrieb mit den Lenkerstummeln sitzt man auf der Duc sehr entspannt. Alleine aus Gründen der Soziustauglichkeit bekam sie den neuen Lenker, da das Gewicht der Sozia sonst beim Bremsen auf den Hangelenken lastet. Leichtfüssig kann man sie mit den Beinen dirigieren, die Beine sind nach hinten recht weit angewinkelt. Aber das gibt die notwendige Schräglagenfreiheit. Ausserdem, wir fahren hier nicht BMW! Meine Sozia fährt lieber auf der Duc als auf der BMW, und das sagt schon viel über die Bequemlichkeit des Sitzmöbels aus. Beinwinkel der Sozia passt, unangestrengt kann sie selbst flottes Kurven durchs Bergische locker mitmachen.

 

Bremsen

Ich kenne viele, die sich die 750er im Jahre 1992 direkt mit der zweiten Scheibe vorne gekauft haben. Sie hatte in diesem Baujahr nämlich nur eine. Ich hatte immer Wert auf Orginalität gelegt. Alles sollte bleiben wie es war. Reichte ja auch. Wer vermisst bei einem Motorrad die zweite Scheibe, wenn sie beim Bremsen mit 2 Fingern schon das Hinterrad hebt? Mehr geht eh nicht. Also reichte es. Nach dem Superbikelenker-Umbau und den einhergehenden Stahlflexleitungen (soweit zur Theorie des Orginalen…) konnte man den Unterschied deutlich spüren. Druckpunkt genial, Dosierbarkeit noch besser. Eine neue Bremsscheibe der 998er brachte dann den entgültigen Biss!

 

Fazit

Der Motor ist mit seinen knapp 70 PS nicht mehr up-to-date. Aber es reicht aus, um ein paar Leute im Bergischen zu ärgern. Manch einer hat sich auch bei einem Renntraining verwundert die Augen gerieben, was mit diesem Oldtimer noch geht. Auf der Isle of Man konnte ich erst auf den Powerstrecken, wo Leistung gefragt ist, nicht mehr mithalten. Fahrwerk, Bremsen, alles erste Sahne. Für einen Oldtimer….

Gekauft 1992 als absolutes Traummoped. Endlich am Ziel. Und nach fast 20 Jahren immer noch mein bestes Pferd im Stall!

Wer auf der Suche nach Spaß ohne Firlefanz ist, ist mit einer 750er Duc bestens bedient. Schnörkellos, zuverlässig, tolle, einfache Technik.

Motor Getriebe Fahrwerk Geometrie Bremsen Fazit

 

Autor: MacDubh

Ausgiebige Probefahrt, ca. 80tkm in 19 Jahren.

Die hier beschriebene Ducati 750 SS ist Baujahr 1992, also fast ein Oldtimer.

Motor

2-Zylinder, 90°, wie von Ducati gewohnt. Der Motor hat noch Vergaser. In Zeiten von Einspritzanlagen und Kat usw. ein anachronismus. Aber er läuft ungewöhnlich gut und zuverlässig. Das Modelltypische Vergaserpatschen kennt auch dieser Motor, durch einen Umbau auf Dynojet Düsennadeln hält sich das aber in Grenzen. Die Leistung von knapp 70 PS stehen bei relativ hohen Drehzahlen an, das Drehmoment lässt zu wünschen übrig. Aber es sind halt „nur“ 750 ccm. Dank der Ölbadkupplung rasselt auch diese nicht wie bei den großen Divas, sondern blubbert gemütlich und ohne rasseln vor sich hin.

 

Getriebe


Hakelig ist eigentlich der korrekte Terminus. Den Leerlauf im Stand zu finden ist selbst nach 20 Jahren Übung nicht möglich. Aber man kann sich damit anfreunden. Einfach im letzten Rollen den Leerlauf einlegen, schon geht das. 5-Gang, ohne Anzeige, alles Analog halt.

 

Fahrwerk

Was ein Fahrwerk! Analog, nix einstellen, einfach drauf und los. Einzig die Showa-Gabel vorne ist zu weich geraten. Aber der Rest passt. Schräglagen, die richtigen Reifen vorrausgesetzt, bis zum Abwinken. Begrenzt nur durch die Endtöpfe, die wirklich laut scharren. Aber da diese locker aufgehangen sind, hebelt es einen nicht aus.
Das Fahrwerk macht mächtig Spaß. Kein wackeln, kein Schaukeln, einfach straight durch jede Kurve. Ganz sicher war dieses Fahrwerk zu seiner Zeit in dieser Preisklasse unschlagbar. Und selbst heute muß sich manch ein neues Modell den Vergleich gefallen lassen.

Geometrie / Sitzposition

Als Gemütlich kann man die Sitzbank bezeichnen, jedenfalls für einen Sportler. Die orginalen Lenkerstummel mußten zwar mittlerweile einem superbikelenker weichen, aber im Solobetrieb mit den Lenkerstummeln sitzt man auf der Duc sehr entspannt. Alleine aus Gründen der Soziustauglichkeit bekam sie den neuen Lenker, da das Gewicht der Sozia sonst beim Bremsen auf den Hangelenken lastet. Leichtfüssig kann man sie mit den Beinen dirigieren, die Beine sind nach hinten recht weit angewinkelt. Aber das gibt die notwendige Schräglagenfreiheit. Ausserdem, wir fahren hier nicht BMW! Meine Sozia fährt lieber auf der Duc als auf der BMW, und das sagt schon viel über die Bequemlichkeit des Sitzmöbels aus. Beinwinkel der Sozia passt, unangestrengt kann sie selbst flottes Kurven durchs Bergische locker mitmachen.

 

Bremsen

Ich kenne viele, die sich die 750er im Jahre 1992 direkt mit der zweiten Scheibe vorne gekauft haben. Sie hatte in diesem Baujahr nämlich nur eine. Ich hatte immer Wert auf Orginalität gelegt. Alles sollte bleiben wie es war. Reichte ja auch. Wer vermisst bei einem Motorrad die zweite Scheibe, wenn sie beim Bremsen mit 2 Fingern schon das Hinterrad hebt? Mehr geht eh nicht. Also reichte es. Nach dem Superbikelenker-Umbau und den einhergehenden Stahlflexleitungen (soweit zur Theorie des Orginalen…) konnte man den Unterschied deutlich spüren. Druckpunkt genial, Dosierbarkeit noch besser. Eine neue Bremsscheibe der 998er brachte dann den entgültigen Biss!

 

Fazit

Der Motor ist mit seinen knapp 70 PS nicht mehr up-to-date. Aber es reicht aus, um ein paar Leute im Bergischen zu ärgern. Manch einer hat sich auch bei einem Renntraining verwundert die Augen gerieben, was mit diesem Oldtimer noch geht. Auf der Isle of Man konnte ich erst auf den Powerstrecken, wo Leistung gefragt ist, nicht mehr mithalten. Fahrwerk, Bremsen, alles erste Sahne. Für einen Oldtimer….

Gekauft 1992 als absolutes Traummoped. Endlich am Ziel. Und nach fast 20 Jahren immer noch mein bestes Pferd im Stall!

Wer auf der Suche nach Spaß ohne Firlefanz ist, ist mit einer 750er Duc bestens bedient. Schnörkellos, zuverlässig, tolle, einfache Technik.

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