Ducati Multistrada 1200 S

 

Probefahrt mit der 1200S. Kurz, aber gut.

Kurz mal zu Ducati Rhein-Sieg in Waldbröl.

Nach kurzem Gespräch kam vom Verkäufer das Angebot einer Probefahrt.

Da stand sie also, die Ducati, vor deren Probefahrt ich mich zwei Jahre lang gedrückt habe. Als alter Ducatisti war mir von vornherein klar, daß ich da hochgradig gefährdet bin.

Schlüssel lag irgendwo im Fach, Keyless heist das Zauberwort. Der Verkäufer gibt mir eine Einweisung. Hebel schieben, Knopf drücken und der Motor läuft. Und wie… der Sound, auch mit orginal Anlage, stellt schonmal die Haare senkrecht. Jedenfalls bei mir!

Noch kurz eine Einweisung in die Einstellmöglichkeiten des Fahrwerks (wie bei KTM, Einstellungen werden bei geschlossenem Gasgriff durchgeführt) und ab gehts.

Kupplung muß ich umstellen. Etwas rumpelig gehts los. Aus dem Industriegebiet heraus in die ersten Kurven. Nach Schonnies Meinung müsste ich jetzt eigentlich geradeaus fahren. Aber nix da, sie lenkt wunderschön einfach ein, sie ist handlich, trotz der Reifenmasse von immerhin 190 hinten. Fast würde ich behaupten, daß sie sich genauso einfach Einlenken lässt wie meine SMT mit Supermoto-Genen.

Ab in die erste Ortsdurchfahrt. 30er-Zone. Schön, da ruckelt nix, die Duc rollt schön ruhig daher. Das kann sie eindeutig besser wie die KTM ADV.

Dann in Denklingen geht es rechts nach Sterzenbach. Tolle Strecke, alles dabei um mal zu testen. Lange, schön gezogene Kurven, Kehren, Gerade. Und sie kann es. Beeindruckend wie der Motor andrückt. Kraftvoll, fast schon unauffällig geht der richtig zur Sache. Leicht durchzuschaltendes Getriebe, Mit längeren Schaltwegen wie die KTM. Aber stört nicht. Rein in die Kurven, da wackelt nix, alles bestens. Fahrwerk im Sport-Modus. Straff, bügelt aber alles weg was kommt. Erste, lang gezogene Kurve die aufmacht. Alles klar, Feuer frei. In tiefer Schräglage beschleunigt sie stoisch ruhig aus der Kruve. Geil.

Ein paar engere Kurven, sie biegt willig ein, von sturheit keine Spur. Lockeres Handling, einfach und Spielerisch.

Oben angekommen, erstmal ein kurzer Stop auf dem Seitenstreifen, Fotos gemacht. (Qualität Handylike…)

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Umgedreht und mit verändertem Fahrwerk die gleiche Strecke zurück. Jetzt Touring-Modus. Um ehrlich zu sein: einen großen Unterschied kann ich nicht ausmachen. Dafür ist die Probefahrt zu kurz. Geändert wird ja nicht nur das Fahrwerk, sondern auch das Motormapping. Ansprechverhalten der Traktionskontrolle etc.pp.

Die Duc geht dermaßen gut, das ist schon beängstigend. Schräg und Sicher. Klasse. Beim Ortseingang haue ich mal voll in die Bremse. Auch sehr beeindruckend! Nicht im Regelbereich, aber fantastisch dosierbar. Brembo halt, so kenne ich es auch von der SMT.

Kurz zur Ergonomie: Ich sitze gut. Die Sitzbank ist straff, aber bequem. Natürlich immer bezogen auf diese paar Kilometer. Lenker, Blinker, Schalter, alles passt. In den Spiegeln sieht man sogar nach hinten. Hallo KTM, schaut mal bei Ducati nach, die haben den Sinn von Spiegeln erkannt. Die Einstellung der Modi geschieht über den Blinkerschalter. Der Blinkerrücksteller ist gleichzeitig der Knopf für die Einstellungen. Einfach, wenn mans weiss. Windschutz ist ausreichend.

Der Gesamteindruck der Ducati? Ein Guß! Alles wirkt durchdacht und ist gut sortiert. Kabel und Schläuche sind sehr sauber verlegt. Am Tank ist ein Lackschutz angebracht, genau im Bereich der Knie. Die Einhandverstellung der Scheibe ist noch besser gelöst wie bei BMW mit dem Handrad. Im direkten Vergleich muß man KTM leider das Attribut „Bastelbude“ zuweisen.

Und nochmal zum Sound. Die Anlage hängt ja klein und unauffällig rechts hinter der Sozius-Raste. Klingt wirklich gut. Kernig, typisch Ducati. Aber in Rechtskurven hämmert es einem ins Ohr, vor allem beim Herausbeschleunigen. Wie geil!

Zurück beim Händler grinst er mich an und sagt erstmal nix.

Ich auch nicht. Shit, ich wusste es ist ein Fehler!

 

Und so kam, was kommen mußte. Die SMT war schnell verkauft und es steht seitdem eine Multistrada 1200S Touring in der Garage. Und zwar genau die Testmaschine, die mir Ducati Rhein-Sieg zu gutem Kurs verkaufte.

Wie es damit weitergeht, steht –> hier

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