Ducati Streetfighter 848

Autor: MacDubh

Motor

Der Ducatitypische 90° V2 hängt fantastisch am Gas. Drehmoment ausreichend für das kleine Moped, Drehzahlfreudig und fast ohne Loch im gesamten Bereich.  Leistung satt. Laut Hersteller 132 PS, die aber derart unauffällig ans Werk gehen, daß man diese Leistung gar nicht vermutet. Locker zu fahren, kein Ruckeln oder stampfen, insgesamt ein gelungenes Triebwerk. Das er vom Testastretta abstammt, zeigt er auf eindrucksvolle Weise bei höheren Drehzahlen. Dann beginnt er zu singen und zu brüllen und macht richtig Spaß!

Getriebe

Auch hier muß man sagen: Ducatitypisch. Ein wenig zäh zu schalten, und die Gänge wollen mit Nachdruck eingelegt werden. Das kenne ich so genauso von meiner alten 750er und von der aktuellen Multiustrada.

Fahrwerk

Ein Träumchen… man sollte eigentlich von einem Streetfighter (was für ein Name!) hartes Federn und rumpeln über schlechte Wegstrecke erwarten, jedenfalls tat ich das. Oh, wie habe ich mich da getäuscht.
Erstaunlich sanft bügelt das Fahrwerk vorne wie hinten unebenheiten locker weg. Die Komplett einstellbare Marzocchi Upside-Down-Gabel mit 43mm Standrohrdurchmesser spricht sensationell feinfühlig an und vermittelt so viel Gefühl für das Vorderrad in jeder Schräglage. Das Monofederbein hinten spricht sauber und feinfühlig an, da pumpt und wackelt nichts, auch beim harten herausbeschleunigen nicht.

Geometrie / Sitzposition

Sportlich beschreibt es am besten. Relativ viel Gewicht vorne auf der (optisch) nicht vorhandenen Front. Direkt vor dem Lenker hört sie auf. Man sitzt sehr hoch, kurze Beine bekommen Probleme. Irgendwie hat man zu Beginn permantent den Eindruck Bergab zu fahren. Dafür ist der Kninewinkel erstaunlich bequem. Es passt irgendwie… jedenfalls bei meinen bescheidenen 174cm… Auch die Sitzbank ist bequem, wenn auch Bretthart. Das Gewicht auf den Handgelenken macht sich aber irgendwann bemerkbar. Auch der Nacken, da der Kopf ständig nach hinten gereckt ist. Wie gesagt, sportlich halt. Aber auch Minuspunkte: Die Spiegel sind ein Witz, man sieht nichts hinter sich, nur die eigenen Ellenbogen. Die Kupplung ist relativ schwergängig, das kenne ich von der Multistrada anders.

Fazit

Ja, tolle Maschine! Besonders wenn man noch was für den Alltag in der Garage hat. Sie ist handlich, es lässt sich fantastisch mit ihr spielen. Für die kurze Kurvenhatz nach Feierabend einfach klasse. Ducati hat mal wieder ein Bravourstück hingelegt. Alleine die Verarbeitung der Komponenten (Lenkkopf, Gabelbrücken etc.) machen einen tollen und besonders wertigen Eindruck. Das Cockpit ist auf das notwendigste Beschränkt, was aber das Puristische an diesem Motorrad nur unterstreicht. Wäre das nervige Konstantfahrruckeln im Bereich von  2500-3000 U/min nicht, wäre sie sogar für die Stadt genial. Dort passt man wirklich durch jede Lücke, im Stau durchdrängeln ist ein Freude.

 

One Comment

  1. Ich kann mich dem Fazit nur anschließen. Die Streetfighter 848 ist wie gemacht für die Pässe hier in Tirol. Leicht und Handlich und die Leistung reicht für die Pässe Hatz vollkommen aus. Das „nervige“ Konstandfahrrucken bekommt mann mit einem passenden RexXer Mapping problemlos in den Griff und etwas mehr Leistung gibt es noch obendrauf.

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